Prof. Dr.
 Bernd Rudelstorfer
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Das schreibt die Presse     

Primar Dr. Bernd Rudelstorfer:
"Vater" von 15.000 Babys

Der Salzachtaler


Ein Beitrag von Josef Wind
(Der Salzachtaler im Februar 1998)

Die Gynäkologie und Geburtenstation am Halleiner Krankenhaus feierte im Jänner den 20. Geburtstag. Der Weg aus primitivsten Anfängen bis zu einer modernen, über die Grenzen hinaus bekannten und renommierten Abteilung war mühsam - aber lohnenswert. Die Geburten stiegen von anfänglich 200 pro Jahr bis auf derzeit 700 bis 800. Und diese rasante Entwicklung ist mit einem Mann unzertrennlich verbunden, der diesem Bereich des Krankenhauses seinen Stempel aufgedrückt hat.

Nach der Grundschule und dem Gymnasium in Kremsmünster begann der am 29. Dezember 1941 geborene Linzer ein Technikstudium in Graz. Er sattelte dann auf Medizin um, kam 1970 als Turnusarzt an das Krankenhaus Wels, dann nach Wien, arbeitete als chirurgischer Assistent und dann an der Uniklinik in Wien. 1972 heiratete er seine Waltraud, die Eva und Phillip gebar.

Durch Zufall teilte ihm sein Schwager, der Salzburger Straßenbau-Hofrat Gierlinger mit, daß er vom damaligen Halleiner Vizebürgermeister Kurt Holztrattner erfahren hatte, daß am Krankenhaus Hallein ein Gynäkologe gesucht wurde. In "geheimer Mission" sah sich Dr. Bernd Rudelstorfer die Stadt an und war sehr angetan. Nachdem er von Kurt Holztrattner lange nichts hörte, spielte wieder der Zufall eine Rolle. Hofrat Gierlinger sah in der Landeszeitung die Stellenausschreibung der Stadt Hallein, er informierte seinen Schwager, Dr. Rudelstorfer bewarb sich und wurde an die 1. Stelle gereiht. Rudelstorfer erinnert sich: "Ich habe in Hallein keinen Menschen gekannt, schlief drei Monate in einem kleinen Kammerl neben dem Kreißsaal, das Sekretariat war im Aufenthaltsraum der Wöchnerinnen und glücklicherweise habe ich einige Instrumente (wie Geburtenzange) aus Wien mitgebracht, denn in Hallein gab es fast nichts. Fünf Jahre hatte ich keinen Oberarzt und ich mußte Tag und Nacht im Einsatz sein".

Mit Primär Dr. Böckel, dem Nachfolger von Primär Dr. Lindner, arbeitete Rudelstorfer gut zusammen und von anfänglich 200 Geburten stiegen diese bis 1984 auf rund 1000 an. Die Station platzte bald aus allen Nähten und unter Bürgermeister Franz Kurz fand dann ein entsprechender Ausbau statt. Heute ist die Gynäkologie und Geburtenstation weit über die Grenzen hinaus bekannt und angesehen. In den letzten 20 Jahren erblickten 15.000 Kinder in Hallein das Licht der Welt, ungefähr gleichviele Patientinnen wurden operiert.

Seit Beginn der operativen Tätigkeit lag der Schwerpunkt in der Endoskopie. Die langjährige Beschäftigung mit dieser neuen Technik macht es nun möglich, auch größere und schwierigere Operationen (z.B. die Gebärmutterentfernung) durchzuführen. Wir berichteten in der November-Ausgabe ausführlich.

Privat hat sich Dr. Bernd Rudelstorfer, der in St. Koloman wohnt, mit seiner Familie prächtig eingelebt. Der gute Handballer, Skifahrer und Schwimmer spielt in der Trachtenmusikkapelle, jagt jede Woche mit dem SC Reyer dem runden Leder nach, ist im Halleiner Pfarrgemeinderat engagiert und Vorsitzender des ÖVP-Zukunftsforums. Rudelstorfer erinnert sich auch gerne daran, als er in den Anfangs Jahren im Winter auf der schmalen Straße von der Taugl zu Tal fuhr und mit seinem BWM öfters "ausritt". Eine Bäuerin mit Schaufel und Sand half dann und plötzlich errichtete an dieser gefährlichen Stelle ein Bauer einen Sandhaufen und stellte eine große Schaufel dazu, "damit unser Doktor für den Ernstfall gerüstet ist".

Dr. Rudelstorfer ist mit Leib und Seele Gynäkologe, "denn es ist etwas derart Schönes, als Geburtshelfer die Freude mit den Eltern teilen zu dürfen". Er vergleicht eine Geburt auch mit dem Bergsteigen. Der Aufstieg ist oft beschwerlich, daß "Gipfelglück" aber unbeschreiblich. Und der beliebte Primar weiter: "Für mich ist persönliche Zuwendung äußerst wichtig und die Alternative zu High-Tech".

Die besten Ärzte Östereichs

Die Zeitschrift NEWS führte im Herbst 1999 eine Umfrage durch, die als Ergebnis "die besten Ärzte Österreichs" ergab.
Die von der Zeitschrift erstellte Ärzteliste basierte auf einer Umfrage unter 3000 österreichischen Medizinern, die ihre Top-Kollegen empfohlen haben. Zwei Kriterien waren für die Auswahl entscheidend: Zum ersten wurden die Mediziner aufgefordert, Kollegen "ihres Vertrauens" zu nennen. Das zweite Kriterium bezog sich auf die intensive wissenschaftliche Tätigkeit der genannte Mediziner. Zusätzlich wurde die NEWS-Liste einer permanenten Überprüfung durch kritische Mediziner unterzogen.

In der Ausgabe 45/99 wurde Dr. Bernd Rudelstorfer in der Kategorie "Top-Gynäkologen" im Bereich der Budesländer Salzburg/Kärnten/Tirol an die erste Stelle gereiht